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Ich kann mir nur an den Kopf fassen, wenn vorgeblich friedensbewegte Leute den bedingungslosen Abzug aller westlichen Truppen aus Afghanistan, Irak etc. verlangen - ignorierend, dass das hieße, die Menschen den militanten Islamisten bzw. Ba'athisten und ihren Blutbädern auszuliefern.

Mir gehen Leute auf den Zeiger, die sich unter dem Deckmäntelchen scheinbarer Friedensliebe für Verhandlungen zwischen Israel und den Vernichtungsantisemiten von Hamas und Hisbollah einsetzen - wobei es erklärtes Ziel Letzterer ist, alle Juden um ihres Jüdischseins zu vernichten.

Ich finde den Völkermord in Darfur sowie die Vernichtungsdrohungen Achmadinejads gegen Israel und das demgegenüber verlogene Schweigen derjenigen zum Kotzen, die 2003 noch Millionen Menschen mobilisiert haben, um für den Machterhalt des Massenmörders Saddam auf die Straße zu gehen.

Es geht nicht darum, generell Menschen zu diskreditieren, die sich für den Frieden einsetzen. Aber wenn dieser "Frieden" ein fauler Frieden ist, der mehr einer Friedhofsruhe gleicht, dann sollten sich diese Leute vielleicht mal überlegen, was sie da genau vertreten.
Frieden lässt sich zwar nicht allein mittels Gewalt, aber oft eben auch nicht ohne erreichen - das sollte eigentlich jedem Menschen bei klarem Verstande einleuchten. Schließlich wurde Auschwitz nicht von Friedensdemonstranten, sondern der Roten Armee befreit.


"Ich habe jedes, aber auch jedes Recht, gegen einen 'Pazifismus' zu sein, der, wäre es nach ihm gegangen, immer noch Milosevic in Belgrad und die Talibans in Kabul sähe. Und dem die zweihunderttausend ermordeten Bosnier offenbar völlig gleichgültig waren - nur keine NATO, nur nicht militärisch eingreifen."

Ralph Giordano anlässlich der Wiederaberkennung des Bremer Friedenspreises 2003 an Martin Rooney

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Lesetipps:

Matthias Küntzel: Djihad und Judenhaß. Über den neuen antijüdischen Krieg. Freiburg 2002.

Afghanische Frauenrechtlerin fordert mehr internationale Truppen: "Die Lage ist furchtbar",
Jungle World vom 20.09.2006


Wolf Biermann über Nationalpazifisten und den Irakkrieg



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